ZEITSPIEL

Magazin für Fußball-Zeitgeschichte

Ziel Regionalliga: Wer wir sind und was wir wollen

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Während Ihr auf die erste Ausgabe von Zeitspiel wartet (in der Hoffnung, dass der Poststreik nicht für unnötige Verzögerungen sorgt), wollen wir die Gelegenheit nutzen und Euch ein bisschen über uns und unsere Motivation, Zeitspiel aus der Taufe zu heben, erzählen.

Die Idee, ein Magazin für den Fußball unterhalb der Kommerzebene zu machen, stand bei uns schon länger auf der Agenda. Logisch: Frank ist allein schon in seiner Funktion als Vorstand des SV Arminia Hannover ganz nah dran am Fußball unterhalb der Profiebene, Hardy hat sich als Autor von diversen Büchern über den weltweiten Fußball und Blogger (FußballGlobus bzw. „Insolvenzticker“) einen Namen gemacht.

Wir spüren ein Bedürfnis nach einer „anderen“ Berichterstattung. In uns, aber auch in Euch. In vielen Gesprächen, in E-Mails, in Facebook-Diskussionen, in Briefen. Die Entwicklung des Profifußball in den letzten Jahren hat viele langjährige Fans Abstand nehmen lassen und den Fokus auf andere Bereiche des Fußballs gelenkt. Hinzu kommt die oftmals glamouröse und zunehmend auf einen winzigen Ausschnitt der Fußballwelt gerichtete Berichterstattung, die viele interessante Entwicklungen unter den Tisch fallen lässt.

Dem wollen wir mit Zeitspiel eine Alternative geben. Und darüber hinaus Fußballgeschichte mit Alltagsgeschichte verbinden. Denn wenn in Lüneburg ein Stadion abgerissen wird, verschwindet mehr als nur ein Sportplatz. Und wenn in Berlin-Spandau ein Verein stirbt, stirbt auch ein Stück Stadtgeschichte. Das sind Dinge, die wir thematisieren wollen. Um den Fußball unterhalb des Profibereichs ein wenig mehr in den Fokus zu rücken und ihm darüber eine stärkere Stimme zu verleihen.

Hinter Zeitspiel steht kein großer Verlag, und Geldgeber haben wir auch keine. Das ist durchaus gewollt, denn dass wir „Frei von Abhängigkeiten“ auf unser Cover drucken, sollen keine leeren Worte sein. Zeitspiel will einen anderen Blickwinkel einnehmen und auch mal dahin schauen, wo es wehtut. Das geht nur ohne Abhängigkeiten.

Die Zeitspiel auf fremden Terrain - Hardy (rechts) ist auch gerne mal als Rennradler unterwegs - hier gemeinsam mit Frank beim Radrennen "Rund um den Lindener Berg" in Hannover.

Die Zeitspiel-Crew auf fremden Terrain: Hardy (rechts) ist auch gerne mal als Rennradler unterwegs – hier gemeinsam mit Frank beim Radrennen „Rund um den Lindener Berg“ in Hannover.

Wir sind ein überschaubarer Haufen. Frank und Hardy als Herausgeber, ausgewählte Mitstreiter aus der ganzen Republik und auch über die Grenzen hinaus. Uns eint die Leidenschaft für den nicht ganz so glamourösen Fußball. Einige von uns gehen durchaus zur Bundesliga, andere tummeln sich grundsätzlich nur auf unterklassigen Bühnen. Wir lehnen den Kommerzfußball nicht ab, wir finden ihn nur einfach nicht so spannend, zumal er ausreichend in anderen Medien stattfindet. Wir sind neugierig auf Geschichten aus allen Winkeln der Fußballwelt und wollen nicht die 150. Story über Mario Götze lesen, sondern lieber wissen, wie man es in Neunkirchen schaffen will, der drohenden Pleite zu entgehen.

Unsere Organisationsstrukturen sind überschaubar. Stellt Euch also unter Zeitspiel kein Großraumbüro mit einer Menge umherwuselnder Schreiberlinge und emsig auf Taschenrechner eintippende Verwaltungsmenschen vor. Die Wahrheit ist: Es gibt noch nicht einmal einen Redaktionssitz im eigentlichen Sinne. Frank arbeitet von Hannover aus, Hardy von Göttingen. In diesen beiden Büros entsteht Zeitspiel neben unseren Brotjobs als freiberufliche Journalisten und Grafiker. Übertragen auf den Fußball arbeiten wir also wie ein ehrenamtlich geführter Oberligist. Man könnte das auch „Amateurjournalismus“ nennen. Und das passt doch dann wieder irgendwie zu Zeitspiel, oder?

Ganz in diesem Sinne streben wir mit Zeitspiel auch nicht in die Champions League sondern versuchen uns an einer Etablierung in der, sagen wir mal, Regionalliga. Vielleicht mit einer Perspektive auf die 3. Liga. Eines Tages. Und mit hoffentlich größer werdender Fankurve.

Denn um Zeitspiel zu einer soliden und starken Stimme machen zu können brauchen wir Euch. Als Leser, als Kritiker, als Unterstützer. Und natürlich auch ganz profan und kommerziell als Käufer. Als Abonnenten. Gerne auch als Werber, wenn Euch gefällt, was wir machen. Ambitioniert Regionalligafußball zu spielen ist schließlich nicht ohne Risiko, und um es zu schaffen, muss man einerseits mutig sein, andererseits aber auch umsichtig und realistisch agieren. Und das ist genau das, was wir uns für Zeitspiel auf die Fahnen geschrieben haben. Denn wirtschaftliche Solidität ist eine Notwendigkeit, um zur Stimme werden zu können. Und je mehr wir beim Blick auf die Verkaufs- bzw. Abo-Zahlen ruhig schlafen können, desto mehr können wir uns auch auf den Inhalt von Zeitspiel konzentrieren. Also: wenn Euch Zeitspiel gefällt, macht Werbung für uns!

Für die nähere Zukunft haben wir einige Dinge in Planung. Zunächst natürlich Ausgabe 2, die Ende September erscheinen wird. Da geht es dann beispielsweise im Titelthema „Süße Hölle Aufstiegsspiele“ um legendäre Relegationsmatches und die Frage, was den Reiz und was den Frust an Aufstiegsspielen ausmacht. Und ob es Alternativen gibt. In der „Legende“ schauen wir beim Regionalligisten FC Carl Zeiss Jena vorbei, der zwischen Stadion-Umbauplänen und einem umstrittenen Investor aus Belgien versucht, in die sportliche Erfolgsspur zurückzukehren. In der „Mottenkiste“ kommen Breslaus alte Größen zu Wort, und das „Global Game“ führt uns nach Aserbaidschan. Ein Land, das frappierende Ähnlichkeiten mit Katar aufweist. Auch organisatorisch soll sich einiges tun. So wollen wir die Abo-Bestellung/Verwaltung vereinfachen, planen wir ein paar Dinge für die Webseite, auf der beispielsweise demnächst Hardys beliebte Reihe „Alle Tassen im Schrank“ erscheinen wird.

Euch bitten wir derweil, uns ein wenig Zeit für die Entwicklung zu gönnen. Seht uns also nach, wenn eine Mailanfrage mal einen Tag länger zur Beantwortung braucht oder es hier und dort hakt. Wir sind in eine neue Liga aufgestiegen, und wie immer muss man sich da erst einmal dran gewöhnen, müssen die Strukturen langsam wachsen.

Beste Grüße, Frank und Hardy

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