ZEITSPIEL

Magazin für Fußball-Zeitgeschichte

Zeitspiel #4: Frankreich spécial

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Wenige Wochen vor Beginn der Europameisterschaft rückt Frankreich allmählich in den Fokus. Auch für Zeitspiel, wobei wir die EM-Vorberichterstattung gerne den Kollegen von der Tagespresse überlassen (und schon mal auf das anstehende und garantiert wieder vorzügliche EM-Sonderheft des „ballesterers“ verweisen. In unserem Schwerpunkt „Le foot – Frankreich spécial“ beschäftigen wir uns in der aktuellen Ausgabe #4 stattdessen intensiv und vielschichtig mit dem Fußball im Nachbarland.

Folgende Themen werden auf über 40 Seiten abgehandelt:

Eine kurze Geschichte von Fußball in Frankreich

Politik, Profiteure, Strippenzieher

Fußball-Land Frankreich und seine großen Vereine

Les supporters sont déjá là – Fußballfans in Frankreich

Legenden unter sich: Stade Reims und AS Saint-Étienne

Paris: Wo die Liebe auf der Strecke bleibt

Marseille: Le Côte de l’O.M.

Bretagne: Frankreichs heimliches Fußballherz

Korsika: Wo Frankreich endet

Le Nord: Willkommen bei den Sch’tis

Elsass-Lothringen: Land zwischen den Ländern

Die nachstehenden Auszüge mögen einen kleinen Eindruck vom Inhalt vermitteln. Außerdem noch unser Einstiegstext in die Thematik.

Zeitspiel gibt es nur im Direktbezug und nicht im Zeitschriftenhandel. Weitere Infos über den Reiter „Abo und Bezug“ in den Kopfleiste.

Es waren wohl vor allem die Bilder der WM 1998, die vielen Franzosen in Erinnerung kamen, als ihr Land im Mai 2010 den Zuschlag für die EM 2016 erhielt. Ein fröhliches Fußballfest im Zeichen der Modernität und Toleranz. Mit einer Mannschaft, die wie die legendäre Elf von 1998 die Kulturvielfalt der Grande Nation spiegeln und hinter der mit Michel Platini eine nationale Legende stehen würde, der bei „seiner“ EM möglicherweise sogar frischgekürter FIFA-Präsident sein könnte.

Doch das Frankreich 2016 ist nicht mehr das vom Mai 2010 und schon gar nicht das von 1998. Die gewaltsamen Ausschreitungen in den Banlieues 2005, der schier unaufhaltsame Aufstieg des Front National unter Marine Le Pen und eine schwere Wirtschafts- und Strukturkrise haben Frankreich zutiefst erschüttert und gespalten. 2015 brach es dann mit voller Wucht über der Grande Nation ein. Erst ertranken Platinis Ambitionen im korrupten FIFA-Sumpf. Dann veränderten die Anschläge von Paris, mehr als nur symbolträchtig während des Länderspiels gegen Deutschland verübt, die Sicherheitslage fundamental und sorgten für allgemeine Verunsicherung. Und schließlich war da noch der Fall von Nationalspieler Karim Benzema, der als Mittäter bei einer Erpressung seines Mannschaftskameraden Mathieu Valbuena angeklagt wurde und damit das ohnehin schon mächtig angeschlagene „black, blanc, beur“ von 1998 in seinen Grundfesten erschütterte.

Dass der Fußball im Sommer 2016 noch einmal den Schwung zu einem fröhlichen Fest aufbringt und er zu einer integrativen Kraft werden kann wie 1998 ist nicht zu erwarten. Vielmehr steht zu befürchten, dass die Sorge um die Sicherheit von Spielern wie Besuchern viel Leichtigkeit raubt und der Kampf der Kulturen, in den Banlieues von Paris, Lyon und Marseille ohnehin so scharf geführt wie nie zuvor, kaum abflauen wird. Fast muss man da froh sein, dass Frankreich nicht Gastgeber einer WM mit zusätzlichen Konfliktfeldern wie Teilnehmern aus islamischen Ländern und/oder Nordafrika ist.

Wir wollen die EM nutzen und eine kleine Rundreise durch das fußballerische Hexagon unternehmen. Das Turnier selbst interessiert uns dabei nur peripher – es wird in der EM-Berichterstattung ohnehin genügend gewürdigt werden. Vielmehr wollen wir beleuchten, was die Fußballnation Frankreich eigentlich ausmacht – und was sie im Vergleich zu anderen Fußballnationen eben nicht ist.

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