ZEITSPIEL

Magazin für Fußball-Zeitgeschichte

Passend zur Hitze aus Afrika: Fußball in Tansania

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Die gegenwärtige Sommerhitze kommt ja direkt aus Afrika – so wie auch unser Report über den Fußball in Tansania. Dort gibt es gerade einmal 204 Vereine und knapp 230.000 Fußballer – bei 37 Mio. Einwohnern. Damit ist Tansania weltweit Schlusslicht.
Und doch spielt der Fußball eine immense Rolle, steht das öffentliche Leben regelmäßig still, wenn die beiden beliebtesten Klubs Yanga und Simba aufeinandertreffen.

Dass Tansania ein durch und durch fußballbegeistertes Land ist, kann man überall spüren. Gekickt wird an jeder Straßenecke, und für viele Einheimische gehört ein Fußballtrikot zur ständigen Garderobe. Auf jedem Wochenmarkt gibt es für schmales Geld Jerseys aus aller Welt zu erwerben, wobei Farben und Ausprägungen mit den Originalen aus England, Italien, Spanien oder Deutschland nicht zwingend korrespondieren müssen. Sie wollen beispielsweise ein lila-schwarz längsgestreiftes Liverpool-Shirt oder ein hellblaues Leibchen von Bayern München? In Tansania kein Problem! Denn um offizielle Merchandising-Produkte schert sich dort niemand, und bei den Schneidereien herrscht das ökonomische Prinzip von Angebot und Nachfrage.

Was neben den mitunter abenteuerlichen Farben ebenfalls auffällt, ist eine an Liebe grenzende Vorliebe für englische Klubs. Vor allem Liverpool, Arsenal, Chelsea und Manchester United stehen bei den Tansaniern hoch im Kurs. Das ist nicht nur an der Kleidung zu erkennen, sondern beispielsweise auch an liebevoll auf Häuserwände gepinselte Klubwappen. Was man eher selten findet, sind Träger von Trikots der führenden nationalen Klubs. Bei einem Besuch eines Marktes in Arusha, am Fuße des Kilimandscharo gelegene Hochburg des Safaritourismus, sorgte ich mit meinem Wunsch nach einem Jersey des 24-fachen Landesmeisters Young Africans SC – kurz „Yanga“ – jedenfalls für ordentlich Aufregung. Erst nach längerer Suche wurde man fündig, und für recht schmales Geld ging das grün-gelbe Plastik in meinen Besitz über. Natürlich war auch Yangas Trikot eine Fälschung. Aber eine gute.

Über Tansanias Fußball gibt es keine schillernden Erfolgsstorys zu erzählen. Für ein Land seiner Größe ist Tansania sogar geradezu schmerzhaft erfolglos. Abgesehen von zwei Triumphen im bedeutungslosen regionalen CECAFA-Cup ist die Trophäenkammer der Ostafrikaner gähnend leer. Nur einmal gelang die Qualifikation zur Afrikameisterschaft (1980), der größte Kluberfolg ist das Erreichen des Finals … (weiter geht es in Heft #1 von Zeitspiel, dem Magazin für Fußball-Zeitgeschichte)
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