ZEITSPIEL

Magazin für Fußball-Zeitgeschichte

!Nie Wieder – Erinnerungstage im deutschen Fußball

| Keine Kommentare

„!NieWieder“ hieß es gestern – und heißt es heute – in vielen Stadien der Bundesliga und 2. Bundesliga. Heute vor 74 Jahren wurde das KZ Auschwitz befreit.
Vor zwei Wochen waren wir mit einer Zeitspiel-Delegation bei der „2. Frankfurter Versammlung“ der Inititaive „Nie Wieder“, auf der drei Tage lang unter dem Motto „Erinnern reicht nicht!“ diskutiert wurde. Wir trafen auf KZ-Überlebende, ließen uns ihre Geschichten erzählen und hörten immer wieder auch Geschichten von und über den Fußball. Wie wichtig er jedem Betroffenen damals war, wie schmerzhaft sich die schleichende Ausgrenzung auch im Fußball anfühlte, wie unsagbar all das, was spätestens nach der Reichspogromnacht 1938 geschah, war.
Fußball war damals nicht nur betroffen sondern auch beteiligt. Deutlich wird das vor allem, wenn man sich mit Einzelschicksalen beschäftigt. Der FC Bayern München hat gestern einen Stadtrundgang zu Orten angeboten, an denen Mitglieder des FC Bayern lebten, bevor sie unter dem Druck der nationalsozialistischen Diktatur den Verein verließen oder ausgeschlossen wurden.
In einer politisch aufgeladenen Zeit wie der gegenwärtigen ist dies in unseren Augen ein sehr angemessener Umgang mit der Geschichte, zumal er effektiv den reflexartigen Kommentaren im Sinne von „lasst die Politik aus dem Fußball“ entgegentritt. Denn es war von 1933 bis 1945 nicht der Fußball, der sich in die Politik einmischte. Es war die Politik, die in den Fußball eingriff und ihn instrumentalisierte. Und es war ein Fußball, der sich bereitwillig und häufig sogar gerne instrumentalisieren ließ.
Das zu erinnern und sich darüber bewusst zu werden, dass es wieder geschehen kann ist unser aller Pflicht. !NieWieder!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.