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KLARTEXT: Harakiri in Nordhausen

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KLARTEXT: Harakiri in Nordhausen

Von Hardy Grüne

Der FSV Wacker Nordhausen spielt in der Regionalliga Nordost, der vierthöchsten Spielklasse Deutschlands. Das sollte man im Hinterkopf haben, wenn man folgende Zeilen aus einer Meldung des „MDR“ liest: „Allein im Geschäftsjahr 2017/18 hat die GmbH einen Fehlbetrag von 3,249 Millionen Euro ausgewiesen. Insgesamt summierte sich die Schuldenlast auf über neun Millionen Euro. Davon sind kurzfristige Verbindlichkeiten, die innerhalb eines Jahres beglichen werden müssen, in Höhe von 554.000 Euro aufgelaufen. Bereits im Geschäftsjahr zuvor hatte Wacker einen Jahresfehlbetrag von 2,477 Millionen Euro aufgehäuft.

Neun Millionen Euro. In der vierten Liga. Bei einem Verein, dessen Zuschauerschnitt in der Saison 2018/19 exakt 933 betrug. Und da war sogar ein Derby gegen den FC Rot-Weiß Erfurt mit dabei.

Was aktuell  in Nordhausen passiert ist exemplarisch für das, was an vielen Orten des Fußballs in den unterklassigen Leistungsligen geschieht: Harakiri. In Nordhausen ist es die Kombination aus einem, vorsichtig formuliert, „sehr ehrgeizigen“ Präsidenten und einem Geldgeber, der dem Vernehmen nach pro Saison das Gros eines Drei-Millionen-Etats gestellt hat. Zumindest auf dem Papier. Wohl gemerkt: In der Regionalliga, mit einem Zuschauerschnitt von unter 1.000! Nordhausen war in den letzten Jahren ein Paradies für Profis, deren Karriere im Spätherbst nicht mehr allzu viel Licht abgab. In Nordhausen konnten sie auf einem Niveau weiterspielen, das ihnen angemessen war, ohne allzu große Einbußen bei der monatlichen Entlohnung verkraften zu müssen. Aktuell wartet die Mannschaft des FSV Wacker übrigens seit Wochen auf eben diese Entlohnung. Denn: Neun Millionen.

Klub und Präsident haben bereits eingestanden, dass die Finanzlage desolat ist. Es ist daher davon auszugehen, dass die FSV Wacker Spielbetriebs GmbH demnächst das Zeitliche segnen wird. Ob sie den e.V. mitreißen wird muss sich noch herausstellen. Fragen gestellt werden müssen jetzt schon. Denn es ist zu einfach, die Schuld ausschließlich bei einem Präsidenten zu sehen, der in seinem Streben nach oben alles auf eine Karte setzte, die er offenbar noch nicht einmal besaß. Nordhausens Finanzpolitik war eine Wette auf die Zukunft mit extrem hohem Risiko. Das konnte jeder erkennen, der es erkennen wollte.

In der Verantwortung stehen in meinen Augen daher der gesamte Klub, seine Mitglieder und Fans, die Presse (siehe Nachsatz) sowie die Öffentlichkeit in Nordhausen. Wer den Verein in den letzten Jahren beobachtet hat wusste, das kann eigentlich nicht gut gehen. Als Wacker 2016/17 schon einmal in die Krise geriet, beteuerte Klubpräsident Kleofas: „Wir schießen nicht wie eine Rakete nach oben, sondern gehen Stufe für Stufe. (…) Wir gehen definitiv unseren Weg gesund weiter“. Daraufhin bekam er von den Mitgliedern eine Zustimmung von 100 Prozent. Nun hat die Stufenrakete den „gesunden Weg“ einer Verschuldung von rund neun Millionen Euro eingeschlagen. Was ist da eigentlich auf den Mitgliederversammlungen geschehen? Wurde jemals über die Defizite informiert? Oder hat sich mal irgendjemand Gedanken darüber gemacht, von was Spieler wie „Toni“ Sailer eigentlich finanziert werden? Angesichts dessen nun dem Präsidenten die alleinige Schuld in die Schuhe zu schieben und über den „bösen Investor“ zu schimpfen wird der Angelegenheit nicht gerecht.

Kleofas ist ins Amt gekommen, weil er ins Amt gewählt wurde. Und weil danach offensichtlich sämtliche Kontrollmechanismen im Verein versagt haben. Vermutlich, weil alle das alte Spiel von „ich sehe nichts, ich höre nichts, ich sage nichts“ gespielt haben. Aus Furcht, dass Präsident und Geldgeber ansonsten einen Rückzieher machen und man den Laden wieder alleine schmeißen muss. Nicht nur Kleofas hat von der 3. Liga geträumt. Auch der FSV Wacker Nordhausen, seine Mitglieder, seine Fans. Nebenbei: der Fall zeigt erneut, dass 50+1 unterhalb der DFL-Ligen schon lange ausgehebelt ist. Und zwar freiwillig, von den Vereinen und ihren Mitgliedern.

Fassungslos steht man nun vor den Scherben. Neun Millionen, um in die 3. Liga zu kommen, von der jeder Beobachter weiß, dass sie ein Zuschussgeschäft ist. Wie um Himmels willen hat man denn in Nordhausen geglaubt, diesen Schuldenberg dort wieder loszuwerden?

Mich macht das wütend. Weil die Folgen alle tragen müssen. Die unteren Mannschaften, das Vereinsgebilde, die Fußballstruktur. Wenn auch nur ein Körnchen Wahrheit an den absurden Zahlen ist dürfte es das Ende des hochklassigen Fußballs beim FSV Wacker sein. Immerhin hat man den Ligabetrieb ausgelagert, so dass der e.V. von der Superpleite nicht direkt betroffen wäre. Die Scherben aber liegen trotzdem bei ihm. Denn wer sonst soll sie wegfegen?

Es muss Schluss sein mit dieser Harakiripolitik. Sportvereine brauchen eine starke Rückendeckung durch ihre Mitglieder und Sympatisanten für eine verantwortungsvolle Politik, die den gesamten Verein im Blick hat. Und nicht nur die Träume Einzelner, die das Geld geben und ausschließlich die 1. Mannschaft im Blick haben. Und die man fröhlich gewähren lässt. Für den Absturz der Stufenrakete FSV Wacker Nordhausen sind alle verantwortlich – nicht nur der Klubpräsident.

 

Nachsatz: Ich wurde auf die Wächterfunktion des Journalismus in einem Fall wie diesem aufmerksam gemacht. Die sehe ich auch, habe das aber in meinem Klartext nicht aufgegriffen, weil ich aus der Ferne nicht beurteilen kann, inwiefern da möglicherweise in Nordhausen in der Vergangenheit kritische Berichterstattung gelaufen ist. Dem Vernehmen nach war dies nicht der Fall. Dann würde ich die Verantwortung auf die lokale Presse ausdehnen. Auch als Journalist kann man sich leicht „mitreißen“ lassen von Drittligaträumen und das berühmte Spiel mit den Händen auf Ohren, Mund und Augen spielen…

 

6 Kommentare

  1. Diesem Kommentar ist wenig hinzuzufügen. Außer vielleicht den abgewandelten alten Slogan „Nordhausen ist überall“. Bevor nun jemand anfängt, über hinterwäldlerische Thüringer zu lästern, sei ein Blick in andere Regionen der Republik gestattet. Von Norden nach Süden, von Ost nach West – überall das Gleiche. Um nicht gleich wieder als Nestbeschmutzer dazustehen, verzichte ich auf Clubnamen. Aber allein der Blick auf die Hauptstadt zeigt, dass Harakiri nicht nur im Harz zu bestaunen ist. Das Modell ist fast überall gleich. Ein – in der Regel mit Bau- und/oder Immobilienkohle – reich gewordener Mensch übernimmt quasi den Verein. Entweder er wird gleich selbst Vorsitzender/Präsident oder er setzt einen Strohmann ein. Damit ist jegliche Demokratie ausgeschaltet, denn der Verein ist finanziell zu nahezu 100 % abhängig. Gleichwohl übergeben zuvor die Mitglieder ganz demokratisch ihren Verein in die Hände von vermeintlichen Heilsbringern. Man wählt also tatsächlich den Totalitarismus, was ja auch bei Parlamentswahlen ziemlich in Mode gekommen ist.

    Geht es dann am Ende schief – und das passiert in über 90 % der Fälle – ist das Gezeter groß. Hardy Grüne hat das Versagen aller Ebenen gut beschrieben. Am Ende hat die Gier gesiegt, aber meistens auch alles zerstört. Die Gier nach sportlichem Erfolg, nach Anerkennung, nach dem Mitwirken im Konzert der ganz Großen. Die Aufzählung der Negativ-Beispiele würde hier die Zeilenbegrenzung sprengen.

    Aber mich umtreibt etwas anderes: Diese Westentaschen-Abramowitschs schalten den Wettbewerb aus, also die Seele des Sports. Ehrlich und seriös agierende Clubs haben schon auf Amateurebene keine Chance mehr. Denn sie müssen gegen Vereine antreten, in denen mit (Schwarz-)Geld nur so um sich geworfen wird. Präsidenten gehen nach dem Spiel mit einem prall gefüllten Jacket voller Umschläge in die Kabinen und stecken den Spielern Geldscheine zu. Dass sie damit den Straftatbestand der Steuerhinterziehung und des Sozialversicherungsbetrugs erfüllen, scheint niemanden zu schrecken. Die Finanzämter und Sozialkassen halten mit wenigen Ausnahmen (noch) still. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass es demnächst zum ganz großen Knall kommen wird.

    Für den Sport wäre es eine sehr gute Nachricht, wenn die vermeintlichen Wohltäter mit der Schwarzgeldkasse endlich aus dem Verkehr gezogen würden. Die Verbandsspitzen sehen dem Treiben tatenlos zu, obwohl sie natürlich genau wissen, welches Schmierentheater in vielen Vereinen abläuft. Von da droht den Hassadeuren keine Gefahr. Also wird die öffentliche Hand den längst fälligen Reinigunsprozess übernehmen müssen, sonst wird der Fußball nicht sauber werden.

    Der Traum vom Fußball mit absoluter Chancengleichheit wird nie vollständig in Erfüllung gehen. Aber im Sinne des sportlichen Wettbewerbs muss endlich etwas passieren. Sonst werden sich die vielen ehrlichen Ehrenamtler in den Vereinen nach und nach zurückziehen. Denn ist der Wettbewerb ausgeschaltet, wofür lohnt sich dann der Aufwand? Wenn sich aber die Leistungsträger unter den Vereinsfunktionären mehr und mehr frustriert zurückziehen, kann der Staat auch gleich die Jugendarbeit der Vereine übernehmen. Oder diese stirbt einfach, mit weitreichenden Auswirkungen auf die Lebensqualität in den Sozialräumen.

    Diese Arbeit wird mehr und mehr zur Sozialarbeit, die heute noch von Zehntausenden Menschen ohne Entgelt verrichtet wird. Da zumindest in Berlin auch schon in Jugendteams Geld an Spieler gezahlt wird, ist hier zumindest in den höheren lokalen Ligen der Wettbewerb mindestens manipuliert. Nicht zuletzt das ist die Ursache dafür, dass immer weniger Menschen bereit sind, sich in der klassischen Arbeit mit Jugendlichen eines Fußballvereins zu engagieren.

  2. Ihren Nachsatz zur regionalen Presse nehme ich gern einmal auf.

    Nein – die regionale Presse hat nichts hinterfragt in Nordhausen.
    Ganz im Gegenteil. Die hiesige „Thüringer Allgemeine“ hat in Form ihres Mitarbeiters Dirk Pille am 17.05.2018 einen Artikel geschrieben, aus dem von Ihnen zitiert wird ( zb das mit dem Stufe für Stufe). Der Artikel ist überschrieben mit “ Nordhäuser Angriffspläne: Der Traum vom neuen Stadion “ .
    Da gibt es Passagen, das man den Neubau des vollkommen heruntergewirtschafteten Albert-Kuntz-Sportpark ( der in vielen Teilen Originalzustand 80er Jahre in der DDR ausweist) seitens der Spielbetriebs GmbH sogar mit 1 Million Euro mitbezahlen will. Das Gesamtprojekt von Land, Stadt und GmbH sollte 8,5 Millionen kosten. Aktuell werden teilweise sogar Punktspiele auf Trainingsplätzen nebenan ausgetragen ( wie zuletzt gegen Viktoria Berlin).

    Allein die Tatsache, das man die Bilanz einer GmbH in Deutschland generell im „Bundesanzeiger “ problemlos abfragen und anzeigen kann zeigt, das die Redakteure der hiesigen Sportabteilungen dort offenbar nicht ein einziges Mal Einblick genommen haben und auf dieser Grundlage die Dinge in Nordhausen hinterfragten.

    Sonst wäre dort aufgefallen, das die bilanzielle Erhöhung des negativen Eigenkapitals zwischen den Jahresberichten 2014/2015 bis 2017/2018 exorbitant angestiegen ist.
    Jedes Jahr wurde der bilanzielle Fehlbetrag größer.
    Seit Aufstieg in die Regionalliga und Installation der GmbH hatte man in zwei Jahren bis 30.06.2015 bereits einen bilanziellen Fehlbetrag von 1,5 Millionen Euro angehäuft. Zum Berichtszeitraum 30.06.2018 betrug der bilanzielle Fehlbetrag dann bereits 8,8 Milionen.
    Das heißt – in 3 Spielzeiten wurde in Nordhausen der bilanzielle Fehlbetrag um 7,3 Millionen Euro erhöht. In der 4.Liga !

    Ähnlich sieht es mit der Verschuldung des Vereines aus. Da im Geschäftsbericht der GmbH stets immer von „einem“ Darlehensgeber die Rede ist, darf man davon ausgehen, das der gesamte Spielbetrieb der letzten Jahre möglicherweise in Form von Darlehen auf Pump finanziert wurde durch eine Person mit entsprechendem finanziellen Background.

    Man darf getrost davon ausgehen, das es sich dabei um den Gips-König Knauf handelt. Das Problem für Präsident Kleofas, die Spielbetriebs GmbH und den eV ist wohl, das die Söhne der Familie Knauf dem Engagement des alten Knauf in Nordhausen äußerst kritisch gegenüber stehen sollen. Es ist durchaus denkbar, das die aktuelle Situation darauf beruht, das die Familie Knauf nun den Geldhahn zugedreht hat und möglicherweise von Kleofas sportlichen Ertrag sehen will bzw. die Frage gestellt hat an Kleofas, wie er sich das weiter vorstellt.

    Im Übrigen – laut den Geschäftsberichten – alles unbesicherte Darlehen. Darüber hinaus gibt es wohl private Bürgschaften, die nicht näher benannt sind. Und eine jährliche wiederkehrende Einlage von 90.000 Euro auf das Bankkonto der GmbH von „dritter Seite “ – wie es nicht näher bezeichnet heißt.

    Demnach weist die Bilanz der Wacker Nordhausen Spielbetriebs GmbH unter „Passiva“ am 30.06.2015 eine Verschuldung in Form von Darlehen etc von 1,6 Millionen Euro aus mit einer Restlaufzeit von über einem Jahr. Der Bericht zum 30.06.2018 weist in dieser Position 3 Jahre später bereits einen Kreditstand von sagenhaften 9,7 Millionen Euro aus -davon 554.000 Euro mit einer Restlaufzeit unter einem Jahr.

    Das heisst – in der Spielzeit 2017/2018 hätte Wacker Nordhausen Verbindlichkeiten aus Darlehen in Höhe von 554.000 Euro zurückzahlen müssen. Ob das je geschehen ist, weiß niemand. Der einzige Weg dazu, das auch nur annähernd zu bedienen wäre die Teilnahme am DFB-Pokal gewesen. Jedoch unterlag 2017 Wacker Nordhausen im Landespokalfinale und konnte so diese Einnahmen für die Saison 2017/2018 nicht generieren.

    Die Spielbetriebs GmbH Wacker Nordhausen hat also ihre Verbindlichkeiten rein aus Darlehen zur Finanzierung der Regionalliga vom 30.06.2015 bis zum 30.06.2018 von 1,6 Millionen Euro auf 9,7 Millionen Euro erhöht. In 3 Spielzeiten !!.

    Wer es nicht glauben mag, kann gern auf der Internetseite des elektronischen Bundesanzeigers in der Suchfunktion die „Wacker Nordhausen Spielbetriebsgesellschaft mbH “ suchen und sich anschließend die 4 hinterlegten Bilanzen von 2015 bis 2018 selbst ansehen und selbst ein Bild machen.

    Und da redet noch niemand darüber, das die Bilanz der Saison 2018/2019 noch garnicht veröffentlicht ist und man sich mittlererweile in der Saison 2019/2020 befindet.
    Wer sich bei Transfermarkt.de mal die Kaderbewegungen der Nordhäuser anschaut in der letzten und der aktuellen Spielzeit dürfte leicht ahnen, das es finanziell um diese GmbH noch deutlich schlimmer stehen dürfte inzwischen.

    Ganz abgesehen davon, das niemand weiß, ob entlassene und freigestellte Personen wie Ex-Trainer Uluc, Ex-Sportdirektor Gaudino usw noch bezahlt werden müssen. Man fragt sich auch, welche Rolle dort ein Ulf Kirsten als Berater tatsächlich spielte und er als langjähriger Profi auch mal hinterfragte, wie das Ganze bezahlt wird.

    Die regionale Presse hat es jedenfalls nicht getan. Die „Thüringer Allgemeine “ hat sich in der Regel alles vom Präsident Kleofas vorkauen lassen und dann wieder gegeben. Und der „Patriarch von Nordhausen “ hat offenbar alles unternommen, das nie jemand wirklich dahinter stieg, wie das Ganze funktioniert. Immerhin ist er Präsident des eV und gleichzeitig Geschäftsführer der GmbH in einer Person. Da fragt man sich schon, wieso eine Mitgliederversammlung eine derartige Machtfülle zulässt und man als eV quasi die Kontrolle über seinen Wirtschaftsbetrieb abgibt. Was haben in der Zeit eigentlich der Aufsichtsrat des eV gemacht und was der Verwaltungsrat/Beirat der GmbH als aufsichtsführende Organe ?

    Im Übrigen heißt es im Handelsregisterauszug zum Unternehmenszweck der GmbH : „Gegenstand des Unternehmens: der wirtschaftliche Betrieb des Vereins Fußballsportverein Wacker 90 Nordhausen e.V. sowie die Erbringung und Durchführung von Werbe- und Marketing-Aktivitäten für den Fußballsportverein Wacker 90 Nordhausen e.V. im Rahmen der 1. Männerfußballmannschaft. “
    Der deklarierte Unternehmenszweck wirft nämlich die offene Frage auf, ob im Falle einer Insolvenz der GmbH dem gesamten eV unter Umständen die Liquidation und Löschung droht, wenn die GmbH alle Bereiche des Vereines umfasst.

    Das der hiesige Boulevard und seine „Spitzenvertreter “ ohnehin nur auf Clickbaiting und Schürung von Sensationsgier aus waren, muss man nicht weiter betonen. Diese Personen hatten mit kritischer Berichterstattung wenig am Hut. Die Artikel in der Frage, wer im Thüringer Fußball in den letzten Jahren welche Entwicklung nahm, hatten eher das Niveau der Diskussionen an Kneipentheken.
    Mehr Medienlandschaft gibt es leider nicht in Thüringen außer der benannten Funke -Gruppe mit der „TA“ und eben dem allseits bekannten „Produkt“ der Springerpresse.

  3. Guter Kommentar. Allerdings wäre es wichtig, noch hinzuzufügen, dass hier dem Verband NOFV auf die Füße fällt, dass er von seinen Vereinen kein Lizenzierungsverfahren verlangt, wie es ab der 3. Liga notwendig ist, wo Einnahmen und Ausgaben vor dem DFB gegengerechnet werden müssen. Hilft zwar nicht immer, denn auch dort wird geschummelt, aber vielleicht wäre der Fall Nordhausen trotzdem eher aufgeflogen. Derzeit verlangt der NOFV bei der Lizenz nur den Nachweis, dass die Spielstätte in Ordnung ist, und einen fünfstelligen Betrag als Sicherheit, dass die Saison zu Ende gespielt werden kann. Völlig lächerlich eigentlich.

    • Auch dieser Aspekt spielt definitiv eine Rolle, wenn sich für die Zukunft eine Causa „Nordhausen “ nicht irgendwo wiederholen soll. Es ist in der Tat so, das der NOFV für die Zulassung zur Regionalliga Nordost tatsächlich nur einen nachgewiesenen Betrag von 15.000 Euro verlangt und ansonsten die Zulassungsbedingungen eher auf materiell-technische, sicherheitstechnische und organisatorische Komponenten abgestellt sind. Das das angebotene Stadion halt wenigstens 5.000 Zuschauer hat und einigermaßen bespielbar ist. Und wenn kein Flutlicht da ist, wird eben einfach Freitagnachmittag 16 Uhr zur Freude aller Fans angesetzt ( gern mal sicherheitsrelevante Spiele). Aber das nebenbei. Ich gebe Ihnen da absolut Recht, das es an der Zeit ist, in der meist semiprofessionellen Regionalliga Nordost endlich ein adäquates Zulassungsverfahren einzuführen, bei denen die Vereine beim NOFV finanziell die Karten auf den Tisch legen müssen. Und der NOFV sich in dem Rahmen endlich Kompetenz ins Haus holt und nicht alte Funktionärsriegen sich etwas von irgendwelchen Vereinspräsidenten vom Pferd erzählen lassen. Wir reden auch in der Regionalliga darüber, das beispielsweise im Bereich Nordost gut und gern 7-8 Vereine – also fast die Hälfte – jährliche Bilanzsummen von über einer Million Euro und mehr haben dürften und auch die Etats zwischen einer bis 2,5 Millionen Euro liegen dürften. Diese Mischung reiner Amateurmanschaften bis zu Vollprofitum in einer Liga bedarf meines Erachtens auch eines Zulassungsverfahrens – mindestens von den Vollprofivereinen.

  4. Nur mal so nebenbei.. In der Regionalliga West hat heute Westfalia Herne Insolvenz angemeldet.
    Und beim BAK sieht es auch schlecht aus. Siehe die letzten Suspendierungen…

    Es muss was getan werden.

    Schon vor 2 Jahren hätte Nordhausen Insolvenz anmelden müssen.
    Und andere Vereine die gut gewirtschaftet haben hat es stattdessen erwischt.
    Der brave Unternehmer(Verein) ist mal wieder der Dumme!

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