ZEITSPIEL

Magazin für Fußball-Zeitgeschichte

Ausgabe #19: Leitartikel Großstadtfußball

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In sich rasant wandelnden Zeiten gilt mehr denn je: Die Großstadt ist die große Petrischale des Fußballs. Dort wachsen Talente wie die Boatengs auf doppeldeutig „Käfige“ genannten ruppigen Spielfeldern, dort ist der Fußball sozialer Halt, Lernstube für interkulturelle Begegnung, Objekt der Kiezidentität und natürlich ein unergründliches Geschäftsfeld. Warum sonst geht ein Investor wie Lars Windhorst ausgerechnet in die Hauptstadt Berlin und verpulvert seine Millionen mit Weltbürgern, die in Bäckerstuben im Schwäbischen aufgewachsen sind?

Die Großstadt ist die historische Wiege des Fußballs in Deutschland und sein stärkster Antreiber. In der Bundesliga gab es nur fünf Vereine, die aus Orten unter 100.000 Einwohner kamen (das ist Voraussetzung für das Label „Großstadt“): Neunkirchen, Homburg, Unterhaching, Kaiserslautern (das allerdings von 1969 bis 2000 die 100.000er-Marke überschritt) sowie Hoffenheim, aber das ist eine andere Geschichte.

In den Großstädten und Ballungszentren der Republik haben sich all die Facetten ausgeprägt, die Fußball bieten kann: Im Ruhrgebiet der Kumpelfußball, in Hamburg das Mäzenatentum, in Frankfurt der Frauenfußball, in Berlin der Kiezgeist, in Hannover das Multikulturelle, in München der Bolzplatz. In den städtischen Menschenburgen ist Fußball auf allen Ebenen präsent: in seiner Glitzerversion, von der man auch bei der Hertha träumt. In seiner wirtschaftlich gebeutelten Leistungssportversion, die sich im Großraum Stuttgart zunehmend über die Stadtgrenzen in den „Speckgürtel“ verlagert hat. Natürlich als Breitensport, bei dem fast immer vor „Geisterkulissen“ gekickt wird. Als Jugend- und Kindersport auf Vereins- und Bolzplätzen, wo einerseits Talente groß werden, wo andererseits Fußball aber vor allem Schule des Lebens ist. Und Begegnungsfläche der Kulturen, bei der für einen türkischen Klub auch schon mal ein Nigerianer an der Seite eines Mongolen stürmen kann.

In unserer neuen Ausgabe #19 gehen wir im Leitartikel hinein in all die Facetten des Großstadtfußballs – und damit in einen Fußball, wie viele von uns ihn tagtäglich erleben. Als Spieler oder Fan, als Eltern fußballbegeisterter Kinder, als Nostalgiker, die beim Anblick alter Stadionwände einen verklärten Blick bekommen.

Zeitspiel gibt es nur im Direktbezug und nicht im Handel. Ausgabe #19 jetzt hier ordern. Oder gleich als Testabo (zwei Ausnahmen, keine Kündigung nötig) bzw. Dauerabo (mit jederzeitiger Kündigungsmöglichkeit).

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