ZEITSPIEL

Magazin für Fußball-Zeitgeschichte

15. Februar 2018
von Hardy Gruene
Keine Kommentare

Veranstaltungstipp Neunkirchen/Saar

Guten Morgen liebe Zeitspiel-Gemeinde.

Kleiner Veranstaltungstipp für diesen Samstag 17. Februar, an dem unser Mit-Herausgeber Hardy Grüne im Ellenfeld-Stadion von Neunkirchen/Saar über die Situation des a

mbitionierten Fußballs unterhalb der Kommerzebene in Zeiten des Turbokapitalismus erzählt. Hier der Vorbericht.

Einen perfekten Gastgeber als Borussia Neunkirchen und einen perfekten Orten als das Ellenfeld-Stadion kann es für dieses Thema wohl kaum geben!

Anpfiff ist 17 Uhr, der Eintritt ist frei und danach gibt es Party satt. Schau doch mal vorbei!

 

4. Februar 2018
von Hardy Gruene
Keine Kommentare

Zeitspiel-Tasse „Fußballtraditionalist“

In turbulenten Zeiten mit bedrohtem 50+1 und frei drehendem Turbokapitalismus auch im Fußball ist es an der Zeit, ein Bekenntnis abzuliefern! Zum Beispiel mit dem ultimativen Zeitspiel-Kaffeebecher für alle Fußballtraditionalisten, der ab sofort in zwei Versionen (mit Strahlen und ohne Strahlen) lieferbar ist! 14,90 Euro inkl. Porto und Verpackung. Bestellen jetzt und hier, und schon bald den KollegInnen und Freunden mit einem leicht ironischen Augenaufschlag zeigen, wo die eigenen Fußballwerte so liegen.

 

 

 

15. Januar 2018
von Hardy Gruene
2 Kommentare

Klartext: Dürfen Kommerzfußballfans protestieren?

Klartext: Dürfen Kommerzfußballfans protestieren?

Von Hardy Grüne

Die Südtribüne von Borussia Dortmund ruft zum Boykott des Montagsspiels gegen den FC Augsburg auf und bekommt dafür viel Beifall. Auch von uns, denn wir sind der Ansicht, dass bei allem Realismus über die Chancen einer Umkehr der gegenwärtigen Entwicklung im Kommerzfußball ein Protest sichtbar, kreativ und schmerzhaft sein muss. Ausgedünnte Ränge vor TV-Kameras wären genau so ein begrüßenswertes Zeichen.

Und doch bekommen die BVB-Fans auch Kritik für ihren Protest. Pit Gottschalk schreibt in „Reviersport“: „So etwas tun wahre Fans nicht“. Das „Neue Deutschland“ fragt, wo die BVB-Fans waren, als in der 2. Bundesliga das Montagsspiel eingeführt wurde. Das war übrigens am 18. Oktober 1993, als viele der heutigen Südtribünengänger entweder noch im Babyalter oder noch gar nicht geboren waren.

Man muss auf diese Kritik nicht eingehen. Ketzerisch könnte man natürlich fragen, ob sich Pit Gottschalk, als er, noch in Diensten von „Sport-Bild“ ( bitte Fußnote beachten), von den Skandalen um die Vergabe der Fußball-WM 2006 erfuhr, im Sinne eines sauberen Fußballs eingesetzt hat. Damals hat das kaum jemand – schon gar nicht das „Bild“-Umfeld – wahrhaben wollen, durfte das Ansehen des „Kaisers“ nicht befleckt werden. Und das „Neue Deutschland“ könnte man fragen, wo es denn im Sommer 1989 war, als in Leipzig Protestierende zusammengeprügelt wurden. Aber das ist zu billig und eine allzu flache Retourkutsche.

Auch aus Fankreisen kommen Kritik und vor allem Häme und Zynismus gegenüber den BVB-Fans. Warum stehen Proteste von Fangruppen aus dem Kommerzfußball eigentlich bei vielen so sehr in der Kritik? Wenn Bayern-Fans sich über die Auswüchse im „modernen Fußball“ äußern, hören sie oft nur, sie mögen die Klappe halten, weil ihr Verein ja nun wirklich nicht als Protestplattform geeignet sei. Inhaltlich sicherlich nicht von der Hand zu weisen, aber verwirken Bayern-Fans wirklich jegliche Gestaltungs- und Protestmöglichkeit, weil sie ein kommerziell betriebenes Fußballunternehmen unterstützen?

Das ist mit Verlaub gesagt albern. Fußball hat mehrere Ebenen, und die Auswüchse im Kommerzfußball müssen zuvorderst von den Besuchern dieser Events kritisiert werden. Als Stadiongänger mit Fokus Regionalliga oder tiefer mag man sich kritisch äußern und resigniert abwinken („ich geh da schon lange nicht mehr hin“). Denjenigen aber, die das Konstrukt Kommerzfußball weiterhin unterstützen und dabei TROTZDEM kritisch und aufmüpfig sind, jegliches Recht am Protest zu verweigern ist nichts anderes als destruktive Rechthaberei.

Wie, so ist zu fragen, kann denn überhaupt (noch) irgendwie Einfluss im Kommerzfußball genommen werden, wenn nicht von den aktiven Fangruppen, deren Aktivitäten sich hoffentlich auf das „breite Publikum“ übertragen? Und Aktionen wie die der Südtribüne Dortmund wirken, weil sie buchstäblich „aufzeigen“ und Spuren hinterlassen. Gerade weil sie zugleich schmerzhaft sind, denn die boykottierenden Südtribünengänger lassen schließlich ihre Tickets verfallen. Sie geben also Geld aus, um zu verzichten.

Das führt zu einem anderen Punkt in dieser Diskussion: der ernüchternden Bereitschaft von vielen Menschen, eine Menge Geld für ein Fußballspiel auszugeben und sich keinerlei Gedanken über das Gesamtkonstrukt zu machen. Die, um es etwas provokativ zu formulieren, SUV-Fahrer unter den Stadiongängern. „Was kümmert mich das Morgen, ich will heute Spaß, und ich habe sowohl das Recht als auch das Geld dazu!“ Die aufgerufenen Preise bei einer Online-Ticketplattform für das Pokalspiel SC Paderborn gegen Bayern München sprechen diesbezüglich Bände. Genau dieses Klientel ist es, das den Protest so ausfallen lässt, wie er geplant ist. Denn würden die Tickets zurückgehen in den freien Verkauf, fänden sich sofort Käufer, denen der Protest gegen das Montagsspiel völlig egal ist.

Fans eines Kommerzvereins, die ihre Leidenschaft erhalten wollen und noch nicht die Hoffnung verloren haben, zumindest ein bisschen von dem festzuhalten, was Fußball einmal ausgemacht hat, müssen daher zwingend einerseits ihre Räume im Stadion besetzen und andererseits genau diese Räume zum Protest nutzen.

Und deshalb ist der Protest der Südtribüne Dortmund zu begrüßen. Und er muss weitergehen. Wie wäre es beispielsweise, wenn die Augsburger komplett auf ihr Ticketkontingent verzichten und die Partie boykottieren würden? Wenn diejenigen Südtribünengänger, die sich dem Protest nicht anschließen wollen (was ihr gutes Recht ist), zumindest auf Stimmung verzichten? Das Argument, man schade damit der eigenen Mannschaft, ist fadenscheinig. So ein bisschen wie das der SUV-Fahrer, die Feinstaubbilanz ihres Fahrzeugs sei im Verhältnis zu dessen Größe doch ganz formidabel. Nach mir die Sintflut war noch nie eine gute Einstellung.

Und, kommen wir zum heikelsten Punkt, wie wäre es denn, wenn die TV-Zuschauer mal verzichten würden? „TV-Minusrekord beim Montagsspiel!“ – das wäre doch mal eine Schlagzeile! Denn die TV-„Fans“ sind mitentscheidend verantwortlich dafür, dass es zu dieser ausgeuferten Aufsplitterung überhaupt gekommen ist. Weil viel zu viele Menschen, die ganz selten (oder nie) ins Stadion gehen, begrüßen, dass sie am Wochenende pausenlos Fußball gucken können. Diese Klientel konsumiert die Fußballatmosphäre, die von den Stadiongängern geschaffen wird.

Entziehen wir sie ihnen!

* Pit Gottschalk wies mich via Twitter darauf hin, „dass ich noch nie in meinem Leben für Bild gearbeitet habe“. Ich habe daher an dieser Stelle nachträglich „Bild“ in „Sport-Bild“ geändert (Montag, 15. Januar, 16:25 Uhr).

13. Januar 2018
von Hardy Gruene
Keine Kommentare

Jetzt im Shop: Die Zeitspiel-Tasse „Fußball-Traditionalist“

​Nun könnt ihr euren ArbeitskollegInnen endlich zeigen, wie ihr zum Fußball steht!

Mit dem neuen Zeitspiel-Becher „Fußball-Traditionalist“ sendet ihr mit feiner Ironie und doch klarer Botschaft aus, dass euch die Basis und die Tradition des Fußballs in Zeichen des Turbokapitalismus wichtig ist.

Das spülmaschinenfeste Gefäss gibt es für 14,90 Euro inkl. Porto und Verpackung sowohl in seiner puristischen Variante nur mit Schriftzug und Flutlichtmasten als auch in einer leicht verspielten Version mit angedeuteten Sonnenstrahlen.

Jetzt ab in den Shop, bestellen und ab 24. Januar (Erstauslieferung) Kolleginnen und Kollegen zum wahren Fußball bekehren!

11. Januar 2018
von Hardy Gruene
Keine Kommentare

Dem Himmel so nah – in der DDR-Oberliga

„Dem Himmel so nah“ galt natürlich auch in der DDR. In unserer aktuellen Ausgabe mit dem Leitartikel „Dem Himmel so nah – Fast-Bundesligisten“ haben wir uns daher auf vier Seiten auch der DDR-Oberliga gewidmet.
Da geht es einmal um diese einzigartig dramatische Saison 1990/91, als Klubs wie 1. FC Magdeburg oder Chemnitzer FC e.V. einerseits um die Teilnahme am Europpokal spielten – und andererseits fürchten mussten, direkt in die Drittklassigkeit abzustürzen.
Außerdem erinnern wir an Teams wie BSG Motor Nordhausen (heute FSV Wacker Nordhausen), Motor Babelsberg (SV Babelsberg 03), Motor Werdau (SV Rot Weiß Werdau), Dynamo Fürstenwalde und BSG Motor Ludwigsfelde (Ludwigsfelder FC), die zu DDR-Zeiten den Sprung in die Oberliga nur hauchdünn verpassten und ihn nie schaffen sollen. Dem Himmel so nah…
Zeitspiel gibt es nur im Direktbezug und nicht im Handel. Weitere Infos und Bestellungen hier